Mittwoch, 11. Juli 2007

Funktionäre schlechte Verlierer – Wirtschaft stille Gewinner

Geposted von: Markus - ab nach mister wong

Aufträge aus Russland für ÖsterreichSchon eine Woche alt ist die Entscheidung des IOC in Guatemala, das die Olympischen Winterspiele 2014 ins russische Sochi vergeben wurden. Die mit ihrer Bewerbung Salzburg unterlegenen Österreicher können es offensichtlich noch immer nicht fassen und die dortigen Sportfunktionäre geben sich in der Presse als schlechte Verlierer.

Der österreichische Bundespräsident Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer lässt sich zitieren, man sei „Geopolitik und Geld“ unterlegen, Franz Klammer, “Chairman International” der Salzburger Bewerbung erklärt “Das IOC hat sich entschieden, neue Märkte zu erschließen - Russland mit einem Skigebiet, das Zukunft hat, aber wo noch nichts dort ist. Alles, was Tradition und Werte hat, hatte keine Bedeutung.” Hart an der Grenze zum Korruptionsvorwurf an das IOC ist die Aussage von Österreichs Ski-Legende Toni Sailer, der zitiert wird: “Ich bin überzeugt, dass Sotschi gute Spiele macht, aber von der Wahl her ist es eine Katastrophe. Wenn ich wenige Tage vor der Vergabe lese, dass Gazprom IOC-Sponsor wird, dann gibt mir das zu denken.” (alle Zitate: http://www.tagesschau.de/).

Dabei gehört Österreichs Wirtschaft zu den großen Profiteueren des Investitionsbooms in Sochi: Die österreichische Strabag kann von einem Riesen-Auftrag zum Ausbau des Flughafen in Sochi ausgehen. Schließlich gehört dieser dem Multimilliardär Oleg Deripaska – und der wiederum hat gerade erst 30% der Aktien an der Strabag gekauft. Lt. Die-presse.com wird wird Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner bereits im September ein Büro in Sotschi eröffnen. Neben dem Flughafen stehen allein rund 60 Kilometer neuer Autobahnen und viele weitere Straßen zum Bau an.

Schon jetzt sind die Skilifte im Austragungsgebiet für die alpinen und nordischen Skiwettbewerbe, Krasnaja Poljana vom Vorarlberger Seilbahn-Hersteller Doppelmayr. Von dem Hersteller warten in Skigebiet „Rosa Khutor“ in Krasnaja Poljana bereits Kabinen einer Seilbahn auf die Endmontage. Und im nahen „Polyana“ – einem Skigebiet das von Russlands Energieriesen Gazprom betrieben wird - schweben Gondeln des Seilbahn Herstellers im Probebetrieb. Mit Folgeaufträgen ist bei dem rasanten Ausbau der Skiregion zu rechnen.

Während die Funktionäre also noch „meckern“ zeigt sich, das auch Österreich von der Entscheidung profitiert – halt nur anders, als Sportfunktionäre es sich gewünscht haben.

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Kommentare

Ich habe die selbe Meinung wie der Autor oder besser gesagt, der Zitierer, dennoch muss ich als Österreicher darauf hinweisen, dass der österreichische Bundespräsident Dr. Heinz Fischer heißt, das Geopolitik-Zitat stammt vom österreichischen BundesKANZLER Dr. Alfred Gusenbauer … beide ungefähr die gleichen Funtkionen wie in Deutschland, sollte also nicht so schwer zu merken sein, wer sein deutsch-sprechendes Nachbarland regiert …

rote lichtung - krasnaya polyana - bedeutet nicht unbedingt rot, sondern in diesem fall schön.
genauso roter platz bedeutet auch schön.
glück auf!

Heliskiing oder Heliboarding wirds bis 2014 nicht mehr in Sochi - Krasnaya Polyana geben. Ausser man zahlt den 3 fachen Preis von Kanada.

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