Geposted von: Markus - ab nach mister wong
Niemand hatte Zweifel, dass die Immobilienpreise in Sotschi stark anwachsen würden, wenn Sotschi als Olympiastandort ausgewählt werden sollte. Das die Preise allerdings so schnell explodieren würden, ist ersstaunlich: Die Preise in Krasnaja Poljana, in dem die olympischen Skisportarten ausgetragen werden, erhöhten sich von $45.000 - $70 000 für eine Einraumwohnung auf $70.000 bis $100 000 – und das über Nacht nach der Entscheidung in Guatemala. Ähnliche Preiserhöhungen gab es im Tal Imeritinskaya – hier wird eines der Olympischen Dörfer entstehen. Ein Apartment im Stadtteil Blinovo, weniger als 5 Minuten von der Imeritinskaya entfernt, soll jetzt statt $130.000 jetzt $180 000, ein Sprung $50 000 in wenigen Tagen.
Hierbei handelt es sich jeweils nicht um schöne, neue Gebäude, die schon in vorbereitung auf die Olympiade gebaut sind – ganz im Gegenteil. Die Objekte sind alt und bereits aus der Sowjetzeit. Noch gibt es nicht einmal eine Art neuen Bebauungsplanes für die ganze Region. Hier ist die Immobilienspekulation ausgebrochen in einem Umfang, der derzeit nur schwer abzusehen ist. Verkäufer von Immobilien ziehen diese derzeit vom Markt um Abzuwarten, wohin die Reise führt. So berichtet jedenfalls Eric in seinem englischsprachigen Sochi-Blog.
Von ganz anderen Auswirkungen des fehlenden Generalentwicklungsplans und der explodierenden Immobilienspekulation berichtet Der Standard aus Österreich. Hier wird über Pjotr Fedin, Eigentümer der Firma Alpika-Service, berichtet, der die derzeit einzigen funktionierenden Liftanlage im Skizentrum Krasnaja Poljana besitzt. Er sieht sich den Angriffen von so genannten „Raider“ ausgesetzt. “Raider” sind in Russland nichts Ungewöhnliches. Das Wort bezeichnet keine klassische feindliche Übernahme mittels Kaufangebot an Aktionäre, sondern eine kriminelle Besitzumverteilung mittels fiktiver Beanstandungen durch Behörden, gekaufte Gerichtsurteile, Erpressung oder durchaus auch Einsatz von Schlägertrupps. “Es ist Teil einer Raiderkampagne auf der Ebene des Gebietsgouverneurs”, sagt Fedin im Gespräch mit dem Standard. “Diese Leute haben mir kein Übernahmeangebot gemacht. Sie wollen die Anlage in den Bankrott treiben, damit sie dann über eine Scheinfirma zum Spottpreis an die Beamten geht”, vermutet er.